OPEN - Organized Partnership by European volunteer Networking
Freiwilliges Engagement ist für viele Organisationen sehr wichtig geworden, nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern Europas. Damit dieses Engagement jedoch richtig eingesetzt werden kann, möchten wir, Angestellte und ehrenamtlich Engagierte unterschiedlicher Länder, uns zusammensetzen, uns austauschen, voneinander lernen und gemeinsam neue Konzepte erarbeiten.

Hierzu treffen sich die Mitarbeiter und die freiwillig Engagierten des Asylzentrum Tübingen e.V., sowie der Partnerorganisationen Toplum Gönüllüleri (Türkei), Organisaze Pro Pomoc Uprchlikum (Tschechien) und Norsk Folkehjelp (Norwegen) über den Zeitraum von zwei Jahren hinweg in regelmäßigen Abständen zu Workshops in den unterschiedlichen Ländern, um sich über Herausforderungen in und Gedanken über das ehrenamtliche Engagement auszutauschen und in einem weiteren Schritt neue Handlungsstrategien zu erarbeiten.
OPEN - Ein GRUNDTVIG-Projekt

Haben Sie Interesse an weiteren Informationen zu anderen GRUNDTVIG-Projekten, den internationalen Partnern und den Projektzielen und - inhalten? Dann finden Sie Projektbeschreibungen zu allen derzeit laufenden Projekten auf den Seiten "European Shared Treasure" (EST). Auch das OPEN-Projekt können Sie auf dieser Datenbank unter diesem Link finden!Die Organisationen
Toplum Gönüllüleri Vakfi (TOG) - Istanbul, Türkei 
Mehr Informationen zu TOG gibt es unter http://www.tog.org.tr/
Oranizace pro Pomoc Uprchlikum (OPU) - Prag, Tschechien 
Die "Organisation für die Hilfe für Flüchtlinge" (OPU), gegründet 1991 in Prag, ist eine humanitäre non-profit Organisation. In den letzten zwanzig Jahren hat sie sich weiterentwickelt und an Expertise im Bereich der Asylbewerber, anerkannter Flüchtlingen und Migranten in Tschechien hinzu gewonnen. Heute bietet OPU ein breites Spektrum an rechtlicher und sozialer Beratung, sowie pädagogische Maßnahmen in unterschiedlichen Teilen Tschechiens an. Gleichzeitig sind die Mitarbeiter OPU´s aktiv in der internationalen Entwicklungshilfe.
Mehr Informationen zu OPU gibt es unter http://www.opu.cz/
Norsk Folkehjelp (NPA) - Oslo, Norwegen 
Die "Norwegische Volkshilfe" (NPA) ist eine aus der Arbeiterbewegung entstandene humanitäre Organisation, die auf den Grundsätzen der Solidarität beruht. Seit ihrer Gründung 1939 stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeit die Förderung von psychischer und physischer Gesundheit, sowie internationale Solidarität. Die Ziele von NPA sind Menschenwürde und Gleichberechtigung unabhängig von Geschlecht, Fähigkeiten, ethnischer Abstammung, Religion, Alter, sexueller Neigung oder sozialem Status. Mithilfe einer Kombination von politischer Lobbyarbeit und praktischer Arbeit strebt NPA danach, die Lebensbedingungen von Menschen zu verbessern und eine gerechtere Gesellschaft zu gestalten. Dabei spielt die Arbeit der Ehrenamtlichen, die sich NPA angeschlossen haben, eine entscheidende, unersetzbare Rolle.
Mehr Informationen zu NPA gibt es unter http://www.folkehjelp.no/
Die Veranstaltungen
24. Februar 2011 Informationsabend "das OPEN-Projekt"
17. März 2011 Vorbereitungstreffen für alle Teilnehmer des OPEN-Workshops in der Türkei
28.-31. März 2011 Workshop in der Türkei
03. Mai 2011 Informationsabend "Workshop in der Türkei"
05. Juli 2011 Vorbereitungstreffen des Workshops in Deutschland
18.-21. Juli 2011 Workshop in Deutschland
11. Oktober 2011 Vorbereitungstreffen des Workshops in Tschechien
24.-28. Okt. 2011 Workshop in Tschechien
28. Februar 2012 Informationsabend "Workshop in Tschechien"
28. Februar 2012 Vorbereitungstreffen des Workshops in Norwegen
21.-22. März 2012 Workshop in Norwegen
Der Workshop in der Türkei
Zum ersten Workshop des OPEN-Projekts ging es Ende März in die Türkei. Zwei Tage bzw. drei Nächte verbrachte die Gruppe im schönen Istanbul. Dabei wurden unterschiedliche Inhalte rund ums Ehrenamt thematisiert und diskutiert.
Mithilfe von Präsentationen und einer „Projekt-Ausstellung“ stellten die Teilnehmer der unterschiedlichen Länder die Inhalte und die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit dar. Dabei kamen viele neue Ideen und Fragen, aber auch Parallelen, sowie ähnliche Strukturen und Inhalte ans Tageslicht. Kontakte wurden geknüpft, um auch nach den beiden Tagen in der Türkei Materialien auszutauschen, den Verlauf interessanter Projekte weiterzuverfolgen und eventuell weitere Anregungen für die eigene Arbeit zu sammeln.
Da viele der Teilnehmer des Workshops im Bereich „Flüchtlingsarbeit“ engagiert waren, stand auf der Tagesordnung des zweiten Tages die Rahmenbedingungen für die (ehrenamtliche) Arbeit mit Flüchtlingen in der Türkei. Vertreter von drei lokal und national tätigen Organisationen stellten der interessierten Gruppe ihre Arbeit vor:
- UNHCR (Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen),
- Project „Citizens of Hope“ (eine Studenteninitiative mit Unterstützung von TOG)
- Helsinki Citizens Assembly (Beratung von und wichtiges Sprachrohr für Flüchtlinge in der Türkei)
Als auch dieser sehr informative und interessante Tag schnell vergangen war, blieb der Gruppe noch ein gemütliches Abschiedsfest, um sich von den neuen Bekannten nun auch schon wieder zu verabschieden und die Heimreise anzutreten. Doch mit Sicherheit mit ein paar Erfahrungen und Ideen reicher.
Außerdem bleibt ja immer noch ein Wiedersehen privat oder auf der für das OPEN-Projekt eingerichteten facebook-Seite.

Der Workshop in Deutschland
Ähnlich wie in Istanbul bestand der Workshop in Tübingen aus einer facettenreichen Mischung unterschiedlicher Methoden und Inhalte. Am ersten Abend nach der Anreise konnten sich die neuen Teilnehmer in einem informellen Rahmen auf der Welcome-Party in der Manufaktur kennenlernen, während am nächsten Tag eine kurze offizielle Vorstellungsrunde und jeweils ein Kurzfilm über die unterschiedlichen Organisationen das Bild über die Mitteilnehmer des Workshops abrundete.
Nachdem nun ein erstes Kennenlernen stattgefunden hatte, ging es weiter mit zwei theoretischen Blöcken. Zum einen hatten wir eine Expertin zum Thema "freiwilliges Engagement in Deutschland" eingeladen, zum anderen einen Rechtsanwalt, der den Hintergrund der ehrenamtlichen Arbeit des Asylzentrums, dem Asylbeweberleistungsgesetz, näher erläuterte. Nach dieser abstrakten Einführung wurden beide Bereiche in der Praxis durch den Besuch der Kindergruppe in der Sindelfingerstraße und des Asylcafés in der Neckargasse veranschaulicht. Angeregt beschäftigten sich die Besucher nun mit dem Problematik der Engagierten des Asylzentrums. Viele Fragen wurden gestellt an Betreuer, Begleiter, Nachhilfelehrer, Berater und Freunde der Flüchtlinge, sowie an die Flüchtlinge selbst und gleichzeitig glitt das offizielle Programm in den freien Abend über, den ein Großteil der Gruppe gemeinsam verbrachte.
Der zweite Tag startete mit einem Besuch beim Institut für Friedenspädagogik in Tübingen. Sehr interessiert beteiligte sich die Gruppe an dem Gedankengang der Friedenspädagogen. Während die Medien zur Genüge zeigen, wie Krieg gemacht wird, wurde hier durch eine Reihe von Bildern unterschiedliche alltagsbezogene Möglichkeiten aufgezeigt, wie Frieden entstehen kann. Für die Teilnehmer, die alle in unterschiedlichen Bereichen soziale Arbeit leisten, war dieser Vormittag sehr lehrreich und von Nutzen für die eigene Praxis. Um das Gelernte zu verfestigen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, das Gelernte am Nachmittag in Kleingruppen in eigene Projektideen umzusetzen, die widerum am Abend auf einer Feier vorgestellt wurden.
Auch auf der Abschlussfeier am zweiten Tag bzw. am dritten Abend konnten die Besucher eine weitere Form freiwilligen Engagements in Tübingen kennenlernen. Dieser Abend fand nämlich in Kooperation mit der Aktion Asyl / Essenskisten weg im Schlatterhaus statt, die hierfür eines ihrer inzwischen in Tübingen schon berühmten Essenskistensbüffets zauberte. Viele weitere Gäste, darunter auch einige Flüchtlinge, kamen hinzu und so wurde der letzte Abend mit weiteren Informationen, viel Spaß, außerdem Musik und Tanz ein sehr gelungener und runder Abschied.
Der Workshop in Tschechien
Obwohl es - wie bei jedem Workshop - eine neue Mischung von Leuten gab, hatte sich die Gruppe schnell zusammengefunden und machte sich gemeinsam auf den Weg, um neues zu lernen.
Am ersten Arbeitstag wurden wir in den Büros unseres tschechischen Gastgebers von deren Mitarbeiter begrüßt Gleichzeitig erfuhren wir einiges über das tschechische Asylsystem. Besonders herausgehoben wurde dabei der Aspekt der minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge (MUF), von denen es nur ein paar Hände voll in Tschechien gibt und denen ein besonderes Verfahren zugute zu kommen scheint. Am nächsten Tag, d.h. am zweiten Arbeitstag konnten wir uns dann in einer Einrichtung für u.a. MUF von der Unterbringung selbst ein Bild machen, was unsere anfängliche Begeisterung für den Umgang mit MUF in Tschechien dann doch wieder zügelte.
Desweiteren begegneten wir dem Thema des Umgangs mit der Gruppe der Roma. Im Romadrom sprachen wir mit Sozialarbeitern, die ein Angebot für Kinder und Jugendliche dieser Gruppe geschaffen hatten. Außerdem konnten wir mehr über die persönliche und die politische Haltung der Tschechen gegenüber der Roma erfahren.
Leider blieb - wie so oft - viel zu wenig Zeit, um die einzelnen Themen weiter zu bearbeiten. Stattdessen wurde jedoch im persönlichen Gespräch in der U-Bahn, beim Fußmarsch durch Prag, beim Frühstück oder beim Abendabschluss im Pub so einiges nachgeholt.
Unser letzter workshop fand- last but not least - in Oslo statt. Sechs TeilnehmerInnen starteten von Tübingen aus am 21. März nach Oslo. Am Abend trafen wir in Oslo beim „welcome dinner“ auf die gesamten TeilnehmerInnen: 6 aus Norwegen, 4 aus Prag und 5 aus Istanbul. Doch Zeit zum „sightseeing“ gab es erstmal nicht, der erste Tag war gefüllt mit viiiiiel Information:
Laila Nikolaisen von NorthPeoplesAid- unserem Gastgeber- berichtete uns über die geschichtliche Entwicklung der Organisation unter dem Motto „Solidarity in Action.“
Im Anschluss erfuhren wir von Elin Lestrange von der „Labour Youth“ mehr über die Prinzipien der Demokratie und der Umsetzung und Wertevorstellung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Norwegen, vor allem nach dem schrecklichen Attentat vom 22.7.2011.
Den Vormittag beendete Ingvald Bertelsen von NOAS- einer NGO die im Bereich der Flüchtlingsberatung tätig ist - der uns ernüchternde Fakten über die Perspektiven von
(vor allem geduldeten Asylbewerbern) vermittelte. Der Status der Duldung existiert in Norwegen nicht- die Menschen befinden sich, nach einer ersten Ablehnung im Asylverfahren in einer sogenannten „Grauzone“- ohne Unterstützung jeglicher Art.
Nach einem kurzen Imbiss und dem ersten workshop mit multikultureller Besetzung zum Thema „Asyl und Flüchtlinge§; hierbei hatten wir die Aufgabe, falsche Pressemeldungen über Flüchtlinge zu identifizieren und „sozialverträglich“ abzuändern.
Den Abschluss des ersten Tages gestaltete Brigitte Brekke mit ihrem Referat über die Strukturen des freiwillige Engagements in Norwegen.
Der Abend stand und zur freien Verfügung: jipiiiiiiieh…und wir machten eine Erkundungstur zum Hafen und zur Oper mit einem herrlichen Blick über den Oslo-Fjord.
Der nächste Tag begann mit einer Fahrt zur Gemeinschaftsunterkunft in der Nähe von Oslo. Clelia, eine junge engagierte Frau von NPA, berichtete uns vor Ort über ihr freiwilliges Engagement in de Unterkunft, bevor uns die Heimleiterin empfing und durch die Gebäude führte. Die Hauptherkunftsländer der Flüchtlinge dort sind momentan Somalia, Afghanistan, Irak, Russland und Tschetschenien.
Rune Berglund Steen vom norwegischen Zentrum gegen Rassismus empfing uns im Anschluss bereits in den Räumen von NPA, um uns über seine Organisation, die Tätigkeitsbereiche und die Schwierigkeiten mit bestehenden Vorurteilen in Norwegen zu berichten. ..sein Thema waren vor allem die „paperless people“ in Oslo, welche sich ohne Wohnung, Arbeit und medizinische Versorgung in der Stadt aufhielten- sogar bei Minusgraden im Freien…(Menschen mit abgelehntem Asylverfahren und ohne Dokumente).
Birgit Misfjord von NPA stellte uns ihre beeindruckende Antirassismus-Arbeit im Rahmen der lokalen Kampagnen „living library“, „rassism free zone“ und „show rassism the red card“ vor.
Nach einem Auasflug zum „Nobel-Friedens-Center“ erarbeiteten wir in einem letzten workshop die Rahmenbedingungen, um international das freiwillige Engagement in der Flüchtlingsarbeit zu fördern. ..
